Lydia hat geschrieben:
dass Ärzte alles wissen, würde ich auch nicht unterschreiben. Und es gibt sicherlich auch richtig schlechte Ärzte, die verantwortungslos den Patienten gegenüber handeln.
Ich erwarte auch nicht von einem Arzt, daß er alles weiß. Vor allem einem Allgemeinmediziner würde ich es nichtmal übel nehemn, wenn er eine Spätdyskinesie nicht erkennt. Aber einem Psychiater oder Neurologen, der das in seiner Ausbildung gelernt hat (Du kannst Dir selbst mal entsprechende Lehrbücher anschauen) und den Patienten und auch Angehörige anlügt, weil er glaubt, er müsse seine Kollegen in Schutz nehmen, dem nehme ich sein Verhalten mehr als übel. Und Leute von der letzteren Sorte sind leider in der mehrzahl, weil unter Ärzten das ungeschriebene Gesetz gilt "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".
D.h. selbst wenn es offensichtlich ist, daß ein Arzt einem Patienten mit voller Absicht geschadet hat, wird kaum ein anderer Arzt bereit sein, vor Gericht für den geschädigten Patienten auszusagen.
Und das ist übrigens nicht nur im Psychiatrie-Bereich so. Siehe auch
http://www.aerzte-pfusch.de/Zitat:
Das heißt allerdings nicht, dass sich deswegen Laien berufen fühlen sollten, ihrerseits fachliche Auskünfte bzgl. Psychopharmaka, die über eigene Erfahrungsberichte hinausgehen, zu geben, ohne dass sie eine entsprechende Ausbildung besitzen. Das ist nämlich mindestens genauso verantwortungslos. Und wenn es dazu führt, dass Leser aufgrund dieser zweifelhaften Informationen ohne entsprechende Rücksprache mit einem kompetenten Arzt ihre Medikamente absetzen, dann kann es auch gefährlich werden.
Da hast Du vollkommen Recht. Selbst ein Arzt darf keine Ferndiagnose geben. Und das plötzliche Absetzen von Neuroleptika kann, soweit ich das weiß die Ausbildung von Spätschäden sogar noch begünstigen.
Ich bekomme auch immer wieder PMs von Forenmitgliedern, die mich irgendwelche Sachen zu Psychopharmaka fragen, bzw. was sie machen sollen oder wie man am besten absetzt. Solche Fragen sollte man lieber einen Fachmann stellen.