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Jan, gib's einfach auf, meine neurologischen Schäden als mögliche Folgen meiner 'Schizophrenie' erklären zu wollen.
1. Hat selbst die Klinik, in der ich fehlbehandelt wurde, diese Diagnose inzwischen revidiert. Ich habe also ganz offiziell keine Schizophrenie.
2. Leide ich nicht unter einer tardiven Dyskinesie, sondern an einer tardiven Akathisie. Es ist noch keinem gelungen, dies- auch mit noch soviel Pharmagelder-Unterstützung- als Schizophrenie-Symptom zu erklären. Ich habe auch keine sonstigen Parkinson- oder andere Erkrankungen, die eine Akathisie erklären könnten. Meine Akathisie wurde von mehreren Ärzten als medikamentös bedingt attestiert.
Gerade weil sich die Akathisie nicht so leicht wie andere Bewegungsstörungen als nicht durch Medikamente bedingt wegerklären lässt, wird das Vorhandensein- anders als bei anderen Spätdyskinesien- bestritten.
Hier ein Auszug aus einer mail, die mir auf einen anonymen Fallbericht von mir im Internet hin, in dem die Diagnose tardive Akathisie ausdrücklich erwähnt wird, heute am 02.12.07 07:54:29 Uhr zugesendet wurde:
"Vor etwa 7 Jahren wurde ich in XXXX wegen
Depressionen behandelt. Dort gab man mir Zyprexa, was mich extrem unruhig machte.
Die Unruhe wurde aber von den Ärzten und zuerst von mir auch nicht als Nebenwirkung des Neuroleptikums erkannt.
Irgendwann war ich so depressiv, dass ich in
die Nervenklinik musste. Dort wurde eine schizoaffektive Psychose diagnostiziert, die man mit Leponex behandeln wollte. Dagegen habe ich
mich erst lange gewehrt, weil ich die Neuroleptika für meinen Zustand verantwortlich machte, dann aber doch zugestimmt, weil es mir sehr sehr schlecht ging und sich von allein keine Besserung einstellte.
Meine Beschwerden wurden von den Ärzten ignoriert bzw. als Wahnidee abgetan:"Leponex macht das nicht!"
Irgendwann war es so schlimm, dass ich mich total erschöpft ins Bett gelegt habe und schon nach wenigen Minuten wieder aufstehen musste, weil
ich es nicht mehr ausgehalten habe. Wenn ich längere Zeit sitzen oder liegen musste entstanden bei mir eine innere Anspannung und Ängste, so dass ich die Beine ständig anspannen und bewegen musste bis ich irgendwann aufstehen und hin und her
laufen musste. Ich muss auch ständig kauende Bewegungen machen. Seit etwa 2 Wochen nehme ich jetzt täglich Tavor, das die Beschwerden etwas gelindert hat, mir fällt es aber immer noch schwer längere Zeit zu sitzen oder zu liegen. Ausserdem ist Tavor ja auch keine Dauerlösung.Mein Arzt kann sich die Unruhe nicht erklären, behauptet aber das sei
nur eine vorübergehende Unannehmlichkeit.
Ich selber bin überzeugt davon, dass ich unter Tardiven Akathisien leide, da diese Unruhe immer nach einer Erhöhung der Neuroleptikadosis
verschwunden, dann aber umso schlimmer wieder durchgebrochen ist. Allerdings finde ich keinen Arzt der mir glaubt. Alle sagen das sei
krankheitsbedingt und raten mir in die Klinik zu gehen. Sogar meine Eltern wollen mich einweisen lassen, weil ihnen das ständige Rumlaufen auf die Nerven geht. Mein Arzt sagt er könne an mir keine Akathisie erkennen, ausserdem hätte ich nur atypische Neuroleptika eingenommen und die verursachen bekantlich keine Spätdyskinesien. Eine Ärztin in der Krisenstation, die ich angerufen habe hat sogar vehement bestritten, dass es eine tardive Form der Akathisie gibt.
Ich bin total verzweifelt. Können Sie mir einen Arzt nennen, an den ich mich wenden kann?"
Ich habe mich schon auf den ersten Beitrag von Jan hin verunsichert an meine Ärzte gewandt, die mir dringend geraten haben, mich an diesem Forum nicht mehr zu beteiligen. Das tut mir nicht gut. Dies ist definitiv mein letzer Beitrag in diesem Pro-Psychiatrie-Forum. Ich werde mich zukünftig auf keine Diskussion mehr einlassen. Meine Ärzte habe mir bestätigt, dass tardive Dyskinesien durch Neuroleptika und nicht durch Schizophrenie hervorgerufen werden.
Zudem wurde mir auf meine Ansicht zu einem Tread 'Sind Zwangsmassnahmen in der Psychiatrie entbehrlich oder unverzichtbar', dass eine gewaltfreie Psychiatrie machbar ist, mir von anderen Usern mitgeteilt, dass ich mit dieser Meinung hier fehl am Platz bin. Ich gehe also davon aus, dass Diskussionen Pro und Contra Zwang hier nur Pseudo-Diskussionen sind bzw. sein dürfen.
Ach ja, zu den Studien: Ich habe seit ca. Mitte 2006 einen Arzt aus der Region hinzugezogen, der bereit ist, meinem Anwalt mit seinem Fachwissen unter die Arme zu greifen (bildlich gesprochen) und ihm bei Stellungnahmen zu helfen. Seinen Namen will er allerdings nicht öffenlich nenen, da er sonst um seinem Job fürchtet (warum, weiss ich auch nicht). Ich sah mich folglich gezwungen, einen weiteren Arzt aus dem deutschsprachigen Ausland zu konsultieren, der bereit wäre, gegen Ärztekollegen auszusagen. Wie auch immer, dieser Arzt (der von hier) weiss viel über Neuroleptika-Schäden und hat mir versichert, dass tardive Dyskinesien nicht Schizophrenie-bedingt sind. Er hat mir dazu zu meiner Beruhigung eine Studie genannt, und mir noch gesagt, selbst wenn es stimmen würde, was hier verbreitet wird leide ich ja nicht unter tardiven Dyskinsien, sondern unter einer Akathisie.
Im übrigen hörst Du, Jan, Dich ganz nach Psychiater an, dass bestreite ich gar nicht. Ein Grund mehr übrigens, nicht mehr in diesem Forum zu posten.
Zu den Studien:
Traue nie einer Studie, die Du nicht selbst manipuliert hast. Zu jeder Studie eine Gegenstudie. Viele von der Pharmaindustrie in Auftrag gegebenen Studien sind methodologisch falsch und unsauber ausgeführt und dienen nur dazu, die Öffentlichkeit, Gerichte und Patienten in die Irre zu führen. Wenn solche Studien überprüft werden, was selten genug passiert, tritt dies zutage. Psychiatrie und Pharmaindustrie machen sich übrigens nach den mir von Insidern gegebenen Informationen grosse Sorgen wegen einer befürchteten und teils in Amerika schon angelaufenen Klagewelle aufgrund tardiver Dyskinesien.
Hier die mir vom Arzt genannte Gegenstudie zu tardiven Dyskinesien:
Encephale. 1985 Nov-Dec;11(6):263-5.
[Never treated schizophrenic patients have no abnormal movements such as tardive dyskinesia]
[Article in French]
Chorfi M, Moussaoui D.
Tardive dyskinesia, described for the first time in 1957, have increased in frequency since neuroleptics started to be widely used. Is that disorder drug induced, or related to the psychosis, or does it exist in the general population, caused by others factors? This study is a trial in the approach of the problem. Methodology: the occurrence of tardive dyskinesia was rated for three kinds of populations which are schizophrenics never treated by neuroleptics; schizophrenics under treatment by neuroleptics; general population non psychotic and never treated by neuroleptics. Diagnostic criteria of schizophrenia are DSM III ones. Abnormal Involuntary Movement Scales of NIMH have been used in this work. The percentage is 14% in schizophrenics already treated by neuroleptics, and no one in the other two groups had dyskinesia. The middle duration of the illness in the schizophrenics group was about 12 months. Those results allow us to eliminate possible spontaneous dyskinesia in the general population which is young; to suppose that there is probably no responsibility of the psychosis in this disorder, at least at the beginning of the illness; to confirm that neuroleptic medication, alone or associated with other factors, is responsible for the occurrence of tardive dyskinesia.
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